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Alle Beispielsätze mit Vertonung auf Polnisch und Deutsch

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Tak brzmi polski -- So klingt Polnisch
Die unerwartete Leichtigkeit der Aussprache

  Regeln -- TABELLE -- Dopplungen -- Konsonantenballungen Anhänge: Betonung -- Rechtschreibung -- Deutschprobleme 

Man muss wissen: In Polen kann man keinem ein X für ein U vormachen! Warum nicht? Schauen Sie, hier ist das komplette polnische Alphabet: 

a ą b c ć d e ę f g h i j k l ł m n ń o ó p r s ś t u w y z ź ż 


Sehen Sie da ein x? Eben, es wird für polnische Wörter nicht gebraucht. Auch q und v nicht, ä ö ü und ß sowieso nicht.
Die zugehörigen
Laute braucht man zwar schon, aber man schreibt  kw für qu, w oder f für v, ks für x - genauso klingt's ja auch in unseren Ohren.  (Nur unsere Laute ö und ü müssen Polen mühsam lernen.)
Das macht man ungeniert auch mit Fremdwörtern: skwer für square, wulkan statt Vulkan, ekstra statt extra. Auf Taxis steht zwar "TAXI", aber jeder sagt "taksówka".
Die Buchstaben q, v und x sind natürlich bekannt - in Namen und neuen Anglizismen stolpert man ja oft genug drüber. Obwohl letztere nicht so wild wuchern wie bei uns. Deutsche Immigranten (Personen) dürfen ä ö ü im Namen behalten.

Übrigens: Die Buchstaben ą, ę, ń und ź  hat Polen allein gepachtet. (Das enthüllt eine Übersicht der Sonderbuchstaben in den europäischen Sprachen, worin deren "Alleinstellungsmerkmale" hervorgehoben sind. Das ł haben auch Kaschubisch und Sorbisch.)

Was aber in Polen geht, das ist, jemandem ein ó für ein u vormachen: Sie sehen oben den Buchstaben ó? Der wird genau wie u ausgesprochen. Vielleicht ist Ihnen schon mal die offizielle Schreibweise Kraków für Krakau aufgefallen: das hört sich an wie Krakuff. Trotz der Lautgleichheit ist es ein peinlicher Fehler, einfach mal ein u statt ó zu schreiben oder umgekehrt - das gehört sich nicht.

Zum Aufschrecken, nicht zum Abschrecken, zuerst ein Extrembeispiel - fast alles ist leichter als dieses:

W Szczebrzeszynie chrząszcz brzmi w trzcinie.

Wie sich das anhört? Einfach mal draufklicken. (Mehr zu dem Spruch hier.)
Wer etwas von der kyrillischen Schrift weiß, der kennt den Superbuchstaben  щ . Für dessen Klang braucht man auf Deutsch sieben Buchstaben: schtsch, auf Polnisch "nur" vier:  szcz. Mit diesem Wissen erscheint der Name Szczebrzeszyń schon weniger unmöglich, bis auf das "rz", und das hört sich auch nicht viel anders an als "sz", nämlich wie "sch". Mehr dazu siehe unten in der Tabelle.

Sich mit der Aussprache gut vertraut zu machen, das ist nicht nur wichtig für's Sprechen, sondern auch besonders für's Hören und Verstehen. Dem Kleinkind hilft nur sein Gehör, um die Muttersprache zu erlernen - das klappt von Natur aus, ganz ohne Theorie und ohne Lesen. Zum Glück ist die polnische Aussprache das einfachste Kapitel. 

Das Zweitschwierigste ist die Grammatik. Schauen Sie da gleich anschließend mal rein, wenn Sie mit diesem durch sind. Keine ganz schlechte Idee wär's ansonsten, in den vertonten Beispiellisten zu stöbern.

Regeln
Zuerst die (einigermaßen) vollständigen Regeln. Die für uns schwierigste zuerst:


Tabelle
Nun aber die Übersicht, wie die Buchstaben und die lautlich relevanten Kombinationen sich anhören sollen.
Es sind immer Beispiele angegeben, bei denen der Buchstabe am Anfang, in der Mitte und am Ende steht, denn manchmal macht das einen kleinen Unterschied.
Hingewiesen wird auch auf einige orthographische Details, z.B. Kombinationen, die selten oder nie vorkommen. Sowas ist gut zu wissen, dann vermeidet oder erkennt man oft Schreibfehler.
Die Aussprache kommt von einer Automatenstimme. Die ist nicht ganz perfekt! Es hängt auch vom Browser ab:
am wenigsten zufriedenstellend ist wohl der von Microsoft. Immer auch auf die Betonung achten! Besser ist natürlich, einem "native speaker" zu lauschen.

Farben:
GRÜN : klingt wie bei uns, GELB : diesen Laut kennen wir auch, wir schreiben ihn nur anders, ROT : für uns fremd
Mit H / W sind die "harten" bzw. "weichen" Konsonanten gekennzeichnet, und HW bedeutet "Historisch weich". Dies hat Folgen für die Deklination – wer die wirklich komplett lernen will, muss es wissen!

Buchstabe

HW

Aussprache

a


Wie a in "alt", also kurz, nicht wie in "kam" oder "Bar"
Beispiele: atakować -- zaalpejski -- mało -- lampa -- wygląda -- ona nie ma
(angreifen – transalpin -- wenig -- Lampe -- sieht aus -- sie ist nicht da )

ą


Wenn betont: nasal wie "on" in Beton, wenn unbetont: wie "on" in Konto oder "om" in Bombe.
Steht nie am Wortanfang und nie steht ein Vokal davor (außer i) oder dahinter. (Das Häkchen am a und e wird "ogonek" genannt, das heißt "Häkchen" oder auch "Rattenschwänzchen".)
bądź sobą! -- piątek -- wzgląd -- być czyjąś prawą ręką
(Sei du selbst! -- Freitag -- Aussehen -- jemandes rechte Hand sein)

b

H

Wie unser b; nur im Auslaut, also am Wort- und Silbenende: p wie in "Mob" oder "gab"
bzdura -- byłbym -- Tak brzmi polski -- kiełbasa -- chleb -- sposób
(Quatsch -- ich würde/wäre -- So klingt Polnisch -- Wurst -- Brot -- Art, Weise)

c

HW

Außer bei "ci" immer wie unser z, also wie "ts". Diese Aussprache ist "stimmlos", die "stimmhafte Variante ist "dz"
Auch ck immer wie "tsk" , z.B. in "Reich-Ranicki"
Am Wortende kommt sehr viel öfter ć vor als c.
córka -- celownik -- dziecko -- miejsce -- koniec -- dobranoc
(Tochter -- Dativ -- Kind -- Ort/Platz -- Ende -- Gute Nacht)

ć

W

Wie das tch in Brötchen, aber rheinisch ausgesprochen, also ein weiches tsch. Kombination ść kommt vor, ćś aber nicht.
Wichtig: In Polen enden fast alle Verben in der Grundform mit -ć . (bei uns mit -en, -ln oder -rn.)
ćwiczyć -- ćwiartka -- wróćmy -- sztućce -- oszczędzać -- niecierpliwość -- spostrzegawczość -- niepodległość
(üben (Sport) -- Viertel -- wir kehren zurück -- Besteck -- sparen -- Ungeduld -- Beobachtungsgabe -- Unabhängigkeit)

ci


Wie ć; meistens steht es vor Vokalen, gelegentlich am Wortende, dann wie "tchi" mit etwas schwächlichem i.
ciągnąć -- wycieczka -- wejście / wyjście -- wiadomości -- ci (ziehen -- Ausflug -- Eingang / Ausgang -- Nachrichten -- dir)

ch

H

Immer wie in "ach", etwas schwächer vielleicht, aber auch hinter e, i und y). Braucht etwas Übung, z.B. mal versuchen mit  pech, ich, tych.
Das ch wie in unserem "ich" gibt's auch, aber nicht so geschrieben: siehe ci und si
chętnie -- chciałbym -- chrząszcz -- powierzchnie -- suchy -- dach -- innych
(gern -- ich möchte -- Käfer -- Fläche -- trocken -- Dach -- anderer (Gen. pl.))

cz

HW

Wie tsch in "Kutsche". Aussprache "stimmlos", die "stimmhafte" Variante ist "dż" - wie in Kudsche, wenn's das denn gäbe. "czi" gibt's nicht, nur "czy"
czarny -- czas -- człowiek -- cztery -- kaczka -- dopełniacz
(schwarz -- Zeit -- Mensch -- vier -- Ente -- Genitiv)

d

H

Wie unser d. Im Auslaut: t (wie in "Hand").
Am Wortende nie dj, statt dessen dź.
dąb -- dech -- dobry -- dym -- dziadek -- Jak działa Polski? -- chodzę -- bądź -- chodź -- pójdź – prąd – samochód
(Eiche -- Atem -- gut -- Qualm -- Opa -- Wie geht Polnisch? -- ich gehe -- sei -- geh! -- komm! -- Strom -- Auto)

e


Aussprache schwankt zwischen ä und kurzem e , am Wortende wie in "Ende"
(Unser klares, längliches e wie in "Weg" und "Mehl" kennt man nicht.)
emeryt -- fajerwerki -- bezpieczeństwo -- dobrze -- mnie -- śmieszny -- nieźle
(Rentner -- Feuerwerk -- Sicherheit -- gut -- mich -- komisch -- nicht schlecht)

ę


Betont: nasal wie "in" in Chopin, unbetont: "en" oder "em" [dabei aber e mehr wie ä], am Wortende meistens nur ä oder nur ganz wenig nasal.
Steht nie am Wortanfang und nie steht ein Vokal davor (außer i) oder dahinter..
gęś -- pięć -- względy -- Jeszcze Polska nie zginęła -- Będę studiować w Oksfordzie -- się -- trochę -- Poprosił ją o rękę.
(Gans -- fünf -- Gründe -- Noch ist Polen nicht verloren-- Ich werde in Oxford studieren -- sich -- wenig -- Er machte ihr einen Heiratsantrag) 

f

H

Wie unser f
fajrant -- fizyk -- filozofia -- ufać -- szafa -- szef  
(Feierabend -- Physik -- Philosophie -- vertrauen -- Schrank -- Chef)

g

H

Wie g in "gut", im Auslaut: k (wie in "Tag" oder "Übung", also nie ch wie in "billig" oder "fertig")
Endung -gy gibt es nicht, nur -gi; ge kommt nur in Fremd- und Lehnwörtern vor: "inteligencja".
gazeta -- giełda -- gdzie -- przygotować -- nigdy -- drugi -- krąg -- pociąg -- nocleg
(Zeitung -- Börse -- wo -- vorbereiten -- niemand -- zweiter / anderer -- Kreis -- Zug -- Nachtlager)

h

H

Etwas schwächer und kürzer als das "ch" in "ach", aber nicht wie in "ich" oder "echt" und nicht stumm.
Unser nicht fauchendes, sondern nur leicht gehauchtes h wie in "gehen" gibt es nicht.
Dient nicht zur "Verlängerung" eines Vokals - es steht aber auch fast nie hinter Vokal. Am Wortanfang kann nur Vokal folgen.
Das h ist eher selten, nur wenige Wörter fangen damit an, keins endet damit - außer mit "ch".
hamulec -- handel -- herbata -- wahać się -- strach -- złotych

(Bremse -- Handel -- Tee -- zögern -- Angst -- Złoty (pl.))

i


Wie unser i nur wenn betont oder wenn es am Wortanfang oder -ende steht .
Ansonsten macht es meistens nur den vorangehenden Konsonanten "weicher": als ob ein sachtes j folgen würde.
Sonderfälle: ci / si / zi (wenn nicht am Wortende): klingt wie  tch / ch / j (dabei ch wie in "ich")
Das i steht sonst nur hinter b,f,g,j,k,l,m,n,p,w, selten hinter d,h,r,t und auch nicht oft hinter Vokal;
als Genitiv-Endung kann es auch hinter i stehen:
inny -- inaczej -- iść -- kiedy -- jubiler -- obiad -- koniec -- bogaci i biedni -- historii
(anderer -- anders -- gehen -- wann -- Juwelier -- Mittagessen -- Ende -- Reiche und Arme -- der Geschichte)

j

W

Wie j in "ja" ; im Auslaut eher wie unser i, z.B. "olej"; "oj" klingt wie "äu". Auf j folgt nie y, nur i.
-j ist häufig Komparativ- und Imperativ-Endung
jeden -- jezioro -- jutro -- przyjemność -- dzień ojca -- najjaśniejszy -- olej -- dalej -- inaczej -- daj
(eins -- See -- morgen -- Vergnügen -- Vatertag -- hellste -- Öl -- weiter -- anders -- gib)

k

H

Wie k . -- Endung -ky geht nicht, nur -ki; ke gibt es nur in Fremdwörtern wie keks, kelner, weekend, hokej. Statt dessen oft "kie" z.B. kiedy oder takiego
kawa -- kierunek -- kto -- jakkolwiek -- czekaj -- niemiecki -- wysokie -- język  
(Kaffee -- Richtung -- wer -- irgendwie -- warte -- deutsch -- hoch [neutr] -- Sprache)

l

W

Wie l; nur li geht, ly nicht, lć, lś, lz und lź gehen auch nicht
ledwo -- wolność -- bestseller -- nadal -- wróbel  (kaum -- Freiheit -- Bestseller -- noch -- Sperling)

ł

H

Wie engl. w (= Doppel-u). Statt "WOW" wird z.B. gerne "łał" geschrieben.
In der Flexion  wechselt manchmal l mit ł und umgekehrt,
Wo es sich schwer ausspricht, wie ein dumpfes u, zur Not gar nicht, z.B. bei jabłko [japko] =Apfel, und  pomysł [pomys] = Idee.
ly und łi gibt es nicht, nur ły und liAm Wortende geht nur  -le, nicht -łe
łatwo -- Łódź -- błąd -- jabłko -- pół -- pisał -- szedł -- stanął -- pomysł -- mieliśmy -- miałyśmy
leicht -- Lodsch -- (Druck)Fehler -- Apfel -- halb -- er schrieb -- er ging -- er stand -- Idee -- wir (m/w) hatten)

m

H

Wie m
maj -- domek -- pod ziemią -- jestem -- zjadłbym
(Mai -- Häuschen -- unter der Erde -- ich bin -- ich möchte essen)

n

H

Wie n in "neu" oder "Ton", nicht wie in "Bank" oder "denken". Kombination nj kommt nie vor.
najpierw -- szynka -- szklanka -- uczennica -- jeden -- telefon
(zuerst -- Schinken -- Trinkglas -- Schüler(in) -- eins -- Telefon, Anruf)

ń

W

Ein Laut wie nj, aber gleichzeitig, nicht n-j. Etwa wie das gn in Champagner, aber für deutsche Ohren kaum von n zu unterscheiden, besonders am Wortende wie in Poznań. 
Am Wort- oder Silbenanfang steht nie ń, am Ende tritt es an die Stelle von -ni oder -nj, da ist es dann ein "erweichtes" n: die Zungenspitze berührt den Gaumen direkt hinter den Zähnen, anders als bei Bank oder denken. Auf  ń folgt meistens, wenn es nicht am Wortende steht, c, s, ź oder eine neue Silbe, vor Vokal nur n oder ni möglich.
Państwo -- bezpieczeństwo -- zmieńmy temat -- cień -- dzień dobry -- stopień -- koń
(Staat -- Sicherheit -- wechseln wir das Thema -- Schatten -- Guten Tag -- Schritt -- Pferd)

o


Immer offen wie in "offen" und "Bord", nicht geschlossen (mit gerundeten Lippen) wie in "so" und "Ton"
Wenn "oj" vor Konsonant, dann auszusprechen wie unser "eu" oder "äu"
obcy -- owad -- moja mowa ojczysta -- kobieta -- możliwy -- dookoła -- albo -- bardzo
(fremd -- Insekt -- meine Muttersprache -- Frau -- möglich -- rundherum -- oder -- sehr)

ó


Klingt immer genau wie u (aber nie u statt ó schreiben oder umgekehrt!).
Anders als u steht ó nie am Ende.
ósma -- mówić -- król -- który -- stół (acht Uhr -- sprechen -- König -- welcher -- Tisch)

p

H

Wie p. Unsere Kombination ph gibt es nicht, statt dessen f. Kombination "pi" kommt doppelt so oft vor wie "py".
pies -- pytanie -- skrzypce -- urlop -- sklep  (Hund -- Frage -- Geige -- Urlaub -- Laden)

r

H

Deutlich rollend (aber elegant: die Zunge vibriert direkt hinter den Zähnen; nicht so knorrig wie in Bayern oder so schnarrend wie in Spanien), auch am Wortende, da kommt's aber nur selten vor, z.B.: minister, premier, wihajster;
Steht aber r am Wortende nach Konsonant, kann es auch mal verstummen: teatr, wiatr, termometr, metr, żubr. Es wird jedoch hörbar, sobald eine Endung dazukommt: wiatru, metrów, żubry. - rj gibt es gar nicht, ri nicht am Wortende.
raj -- rower -- czwartek -- skarżyć -- teatr -- Piotr -- metr -- metrów -- rtęć -- żubr -- żubry
(Paradies -- Fahrrad -- Donnerstag -- verklagen -- Theater -- Peter -- Meter (sing./plur.) -- Quecksilber -- Wisent(e)

rz

HW

Wie ż. Im Anlaut und vor Vokal stimmhaft wie J in "Jargon" , aber im Auslaut und hinter Konsonant oft wie unser "sch",
z.B. der Vorname  Krzysztof lautet "Kschischtoff". Auf rz folgt nie i oder j.
rzadko -- porządek -- drzwi -- przemysł -- trzy -- lekarz -- twarz -- formularz -- uwierz w siebie
(selten -- Zufall -- Tür -- Industrie -- drei -- Arzt -- Gesicht -- Formular -- Vertrau dir selbst)

s

H

Wie unser scharfes s, nicht summend wie in "so". Das nennt man auch "stimmlos"; für das "stimmhafte" s schreibt man z
Auch bei "sp" und "st" und "sch", also "s-p" und "s-t" und "s-ch", nicht "sch...". Die stimmhafte Version von "st" schreibt sich "zd"
Anders gesagt: Wie das s als Anfangsbuchstabe im Englischen. 
Sonderfall: si (s.u.)  / Kombination "sl" gibt es nicht, nur "śl" und "sł"
sąd -- słonce -- stan -- spać -- schody -- wersja -- romans -- czas
(Gericht -- Treppe – Sonne -- Zustand -- schlafen -- Treppe  -- Version -- Romanze, Affäre -- Zeit)

ś

W

Wie das ch in Brötchen oder Entchen (siehe ć), "stimmhafte" Variante ist ź
steht nur vor ci, ć,l,m,n,p,r,w oder Wortende, nie vor Vokal; Kombination "śł" gibt es nicht, nur "śl" und "sł". Kombination ść kommt vor, ćś aber nicht.
Die häufige Endung -ść  klingt wie chtch (mit ch wie in "ich")
śliwka -- ściana -- myśleć -- jeść -- kłaść -- byłeś -- dziś -- ktoś
(Pflaume -- Wand -- denken -- essen -- legen -- du warst -- heute -- jemand)

si


Vor Vokal wie  ś, vor Kons. wie dt. "chi". Steht nur vor a,ą,d,e,ę,l, ł,n,o,ó,t,u,w oder am Wortende
Nie wie ital. "si" (statt dessen "sy", aber selten). Die deutsche stimmhafte Lautkombination si wie in "sie..." gibt es nicht.
siedem -- siostra -- sitko -- osiem -- tysiąc -- siła -- musi -- wisi -- najlepsi
(sieben -- Schwester -- Teesieb -- acht -- tausend -- Kraft -- muss -- hängt -- besten)

sz

HW

Immer wie unser "sch"; oft kommt szcz vor, gesprochen schtsch, dagegen kommt "czsz" nie vor., auch "szi" nicht, nur "szy"
szary -- sześć -- szczęście -- kaszel -- wyższy -- jeszcze -- znasz -- świerszcz
(grau -- sechs -- Glück -- Husten -- höher -- noch -- kennst -- Grille)

t

H

Wie t. "ti" kommt nur in Fremdwörtern (kwestia, partia) und Namen vor - es hat sich historisch zu ć gewandelt, siehe dort. Aber aus der Endung -tion wurde -cja, z.B. "rewolucja". Kombination tz ist unpolnisch!
tyton -- trzcina -- otwarty -- autobus -- akurat – samolot – natychmiast  
(Tabak -- Schilf -- geöffnet -- Bus -- genau – Flugzeug -- sofort)

u


Wie u (und genauso ó, s. dort)
umieć -- uśmiech -- urlop -- kuchnia -- ruch -- duch -- mu -- po prostu
(können -- Lächeln -- Urlaub -- Küche -- Bewegung -- Geist -- ihm -- einfach) 

w

H

Wie w; vor Konsonant und im Auslaut wie f;
Das gilt auch für das einbuchstabige Wort "w" (= "in") 
wszystko -- wybór -- wygrać -- w promocji -- warzywa -- wpływ
(alles -- Wahl -- gewinnen -- im Angebot -- Gemüse -- Einfluss)

y


Betont: wie unser i, aber oft nah am ü, z.B. in Wörtern mit ..był..
Unbetont weniger hell: fast wie e in "alle". Nie wie j - daher Nowy Jork für New York.
Am Wortende: meistens wie das e von "ohne".
Kein Wort und keine Silbe beginnt mit y! Es steht nur hinter b,c,d,h,ł,m,n,p,r,s,t,w,z,ż.
Vor und nach y steht in poln. Wörtern fast nie ein Vokal, nur ganz selten folgt ein  i oder o: z.B. czyichś, wyobrazić
dyskusja -- być -- ona była -- życie -- czyichś -- wyobrazić -- artykuł -- prywatny -- mądry
(Diskussion -- sein -- sie war -- Leben -- jemandem -- (sich etwas) ausmalen oder vorstellen -- Artikel -- privat -- klug)

z

H

Wie S in See (außer zi, s.u.). Anders gesagt: Wie das z als Anfangsbuchstabe im Englischen. Im Auslaut aber wie s. Siehe auch c
zegar -- ząb -- zgadza -- prezydent -- pieniądz -- teraz -- jedz -- powiedz
(Uhr -- Zahn -- einverstanden -- Präsident -- Geld -- jetzt -- iss -- sag)

ź

W

wie unser j in "je"  (z kreską = z mit Strich), vor Vokal statt dessen zi.
Am Wortanfang sehr selten (z.B. źle = schlecht), am Ende fast immer hinter d, Ausnahme: weź = nimm
źle -- nieźle -- źródło -- znaleźć -- bądź -- chodź -- gwóźdź -- łódź -- niedźwiedź -- gałąź
(schlecht -- nicht schlecht -- Quelle -- finden -- sei -- geh -- Nagel -- Boot -- Bär -- Ast)

zi


Vor Vokal wie "j", sonst wie "ji", nicht wie "sie" oder "tsi" im Deutschen.
zima -- zielony -- dziewięć -- dziesięć -- dziwny -- łazienka -- rodzice -- chodzić -- szkodzi -- ludzi
(Winter -- grün -- neun -- zehn -- komisch -- Badezimmer -- Eltern -- gehen -- schadet -- Leute)

ż

HW

Wie rz. (z kropką = z mit Punkt) Steht kaum jemals vor Konsonant und nie vor i außer in engl. Fremdw. wie dżinsy = Jeans.
żółty -- żona -- że -- wypożyczać -- podróż -- mężczyzna -- mąż
(gelb -- Ehefrau; dass -- (aus)leihen -- Reise -- Mann -- Ehemann)

Es gibt noch ein paar mehr Feinheiten, aber 100%ig macht auch kein Pole alles "richtig" oder exakt so, wie es in der Tabelle steht.
Die seltensten Buchstaben sind: h, ź, f, ń (ch nicht mitgezählt, im Deutschen q, y, x, p), die häufigsten sind i, a, e (im Deutschen e, i, n). Mehr dazu im Kapitel "Statistik".

TIP: Noch mehr polnischen Ohrenschmaus findet man in den 100 Listen von polnisch-deutschen Satzbeispielen, die aus der Datenbank gewonnen wurden. Besonders zu empfehlen: die Liste von berühmten Zitaten, auf polnisch und deutsch. Horchen Sie da mal rein!

Dopplungen
Unsere sog. Zwielaute oder "Diphthonge" (poln. długłoska oder dyftong) schreibt man anders:

aj spricht sich wie "ei" und "ai"
au kommt kaum mal vor außer in fremdstämmigen Wörtern, z.B. auto = Auto, szlauch = Schlauch
oj steht statt "eu" und "äu" - so klingt ja beides
ph ist unbekannt, aus "Physik" wird z.B. "fizyka" (nicht "fyzika")
th wird zu t, z.B. Theater zu "teatr" - Sprechweise einfach nur "teat" (Ton natürlich auf e).
ie klingt mehr wie "jä", ist also kein langes i wie im Deutschen - lange Vokale gibt's ja nicht
z.B. nie (= nein / nicht) : hört sich an wie "njä" , "kiedy" (= wann) kilngt wie "kjäde". 

Doppelbuchstaben sind selten und werden dann getrennt gesprochen, d.h. beide sind hörbar.
Vokale: Es handelt sich fast immer um Zusammensetzungen, meistens mit einer Vorsilbe:
(Vorsilben und Endungen (Präfixe und Postfixe) sind ein langes Kapitel für sich.)
aa  z.B. zaatakowac = angreifen, "za" ist eine Vorsilbe
ee  z.B. reemigrant = Rückwanderer, wie in "reell", nicht lang wie in "Meer"
ii    Man hört nur ein i; z.B. na loterii = in der Lotterie; przejść do historii = in die Geschichte eingehen; mniej energii = weniger Energie (die fem. Endung -ia wird im Gen., Dat. und Lok. zu -ii)
oo  z.B. dookoła = rundherum ("do" ist Vorsilbe); samoobsługa = Selbstbedienung; jednooki = Einäugiger
Generell sind aber zwei Vokale hintereinander, außer ia, ie und -ii,  nur selten anzutreffen, z.B. "ou" oder "ae" gibt's fast nur in Namen oder hinter Vorsilben wie do- oder po- (z.B. Israel bzw. poufny = vertraulich), oder in Fremdwörtern (aerodynamiczny).

Doppelkonsonanten:
nn  z.B. in panna = junge Frau oder uczennica = Schüler(in) (nn klingt wie in "Straßennetz")
ll  z.B. in Izabella
jj  z.B. in najjaśniejszy = der hellste
kk  z.B. in miękki = weich
Fast alle Konsonanten außer j k l n kommen überhaupt nicht doppelt vor.
In ein paar Namen wie Jagiełło und Kołłątaj gibt es aber sogar ein Doppel-ł.
Manchmal handelt es sich ebenfalls um Zusammensetzungen mit einer Vorsilbe,
z.V.  ja
kkolwiek (irgendwie, jak = wie) oder bezzębny (zahnlos, bez = ohne).

Und noch was nicht ganz Unwichtiges, aber nicht zur Aussprache:
In Wörterbüchern und anderen alphabetischen Verzeichnissen und Listen werden die Sonderbuchstaben jeweils hinter dem normalen Buchstaben eingeordnet, z.B.:
auf  
lz...  folgt  ła..., auf zy...  folgt  źa...  und ganz am Ende nach  źy...  kommt  ża...
Das gilt nicht nur am Wortanfang, sondern auch im Innern; in polnischen Listen stünde z.B. diese Reihenfolge:
polubić - połozenie - połówkain deutschen Listen dagegen:
połówka - połozenie - polubić,  denn wir ordnen die "verzierten" Buchstaben so, als wären die Verzierungen gar nicht da. Hier also genauso als stünde da
polowka - polozenie - polubic

Ach so, noch was: Silbentrennung! Der Duden macht daraus ein ziemliches Gewese, polnische Wörterbücher überlassen es dem guten Sprachgefühl des Schreibers. Offenbar richtet man sich - wie im Deutschen auch - an den Sprechsilben aus, und der Sprachkundige hat dafür das nötige Empfinden. Dem Lernenden kann schon mal was auffallen, wo er selber nicht drauf gekommen wäre, wie z.B. do-brzy oder połód-nie oder wej-ścia, aber eher selten. Heutzutage überlässt man es vermutlich gerne, wie wir auch, der Software.

 polnisch  deutsch
 ą
 c
 ć
 ci
 cz
 e
 ę
 h
 ł
 ń
 ó
 r
 rz
 si
 sz
 ś
 y
 z
 zi
 ź
 ż
 Beton
 z
 Entchen
 tch(i)
 tsch
 ä
 Chopin
 ach
 work
 span. ñ
 u
 rollend
 Garage
 ch(i)
 sch
 ich
 i
 See
 j(i)
 j
 Garage

Für Hinweise, Korrekturen, Kritik -> B.Eversberg, ©2019.08.28/2022.09.26