allegro - Fortbildung 2016

Wer gerne alles ausprobieren möchte, aber keine allegro-Installation auf seinem
  PC hat, kann sich kostenlos und ohne Passwort die Vollversion V36.1 besorgen!
 Stand: 2016-05-10
Vorbemerkungen
A. allegro als technisches System H. Export, Zweiter Teil : Gesamtexport
B. Export, Erster Teil: Methoden, Parameter vs. FLEX I. Ausleihe, Erwerbung, Zeitschriftenverwaltung
C. Datensicherung und Update-Verfahren U. Zum Thema Unicode
D. Suchmöglichkeiten W. Zum Thema Web-Kataloge
E. Katalogisierung X. Zum Thema RDA
F. Fremddatenübernahme einfach und schnell Y. Für Fortgeschrittene
G. Import Z. Zukunftssicherheit


Vorbemerkungen

Themen und Fragen aus früheren Fortbildungen sind hier zusammengefaßt und in eine für das Verständnis sinnvolle Reihenfolge gebracht.
Zunächst aber Hilfe zur Selbsthilfe:
Wenn irgendwelche Fragen in der Praxis akut auftreten, wie geht man am besten vor?

Für nachhaltigen Lernerfolg: Demo-Datenbank installieren und alles ausprobieren, was hier beschrieben wird.
Alles was rot ist in diesem Text können Sie ins Eingabefeld Ihres allegro-Programms (a99) eingeben oder im Menü anklicken (oder die genannte Taste drücken, z.B. F1). Unbedingt ausprobieren! Blau sind Links zu Quellen im Internet, wie üblich.

Es gibt im Prinzip drei Informationsquellen, und bei den meisten Themen stehen drei Hinweise, die sich auf diese Quellen beziehen.  

  1. Ganz direkt und sofort ausführbar im Programm a99:  Hilfe A-Z (Alt+4), oder
    h doku  eingeben (gleichwertig: Oben auf das ? klicken. Das "Füllhorn" bringt die wichtigste Auswahl davon.)

  2. Theoretische Darstellung im Systemhandbuch: Kapitel 0 und in jedem Kapitel der einleitende Abschnitt 0 und das alphab. Register.
    Viele neuere Themen stehen jedoch nicht im Handbuch.
    Unbedingt zu lesen ist das Kap.0.0, wo man die Begriffe kennenlernt.
    Kap. 10 und 11 sind die wichtigsten (schwierig, aber normalerweise braucht man sie nicht): die Sprachen für Export und Import (siehe B. und G.).
    Das aktuelle Handbuch gibt's als Ganzes nur online als PDF:  www.allegro-b.de/download/handb34.pdf
    Direkt in a99 hat man aber auch Zugriff auf Handbuchtexte:  h handbuch  eingeben. Die Texte sind z.T. aktueller als das Handbuch in Druck- oder PDF-Form.

  3. Online : Material auf der allegro-Homepage: Man findet alle Themen unter  allegro-C von A-Z
    Darunter auch Fortbildungsmaterial und Dokumentationen zu diversen Themen.
    Für den Einstieg sehr hilfreich: Die Illustrierte Anleitung zum Hauptprogeamm a99.
Insgesamt eine große Fülle von Material - nicht immer leicht, etwas Relevantes zu finden. Ganz allgemein ist es aber gut, diese drei Zugänge zu kennen.

Tip: Viel lernen kann man gefahrlos durch direktes Ausprobieren mit der Demo-Datenbank, die bei der Standardinstallation immer dabei ist. (Desktop-Icon entsteht beim Installieren.)
Im Register 1 unter zz findet man darin Beispiele für alle verschiedenen Datenarten.




Zu den konkreten Themen


A. allegro als technisches System
Sie möchten verstehen, was Ihre ALD-, INI-  usw. Dateien bedeuten?
Also: Welche Dateien sind wichtig, und was ist da drin?

a) Zuerst muß man wissen: Was genau sind Dateien? Und dann speziell: allegro-Dateien
  1. Im Programm:
    h dateien : Populäre, allgemeine Darstellung zu dem Thema.
    h backg : Zu den Hintergründen speziell der allegro-Datenstruktur

  2. Im Handbuch: Dateien: Kap. 0.1 und 0.2, kommentierte Liste der Programme: 0.4 
  1. Online:
    Dateien - was ist das eigentlich?  www.allegro-b.de/download/doku/dateien.htm
    Hintergründe:  www.allegro-c.de/formate/backg.htm
    Funktionsschema: www.allegro-c.de/doku/fkts/fktschema.htm, interakt. graph. Darstellung der Zusammenhänge

b) Und nun ganz konkret: Welche Dateien braucht allegro und was enthalten sie?
  1. In der Quick-Liste (Alt+4): "Datenbank: Bestandteile" : das ist eine allgemeine Beschreibung.
    h files : Interaktiv! Welche Dateien gehören zu Ihrer Datenbank?
    (Dasselbe auch im Internet, siehe 3.)

  2. Kap. 0.8  (dasselbe) und Kap. 0.3 : Dateitypen

  3. allegro-Dateien :  www.allegro-b.de/download/doku/ff/ (genaue, kommentierte Übersicht der Dateitypen)

B. Export, Erster Teil - "Was genau ist Export, welche Möglichkeiten gibt es?"  
(Zweiter Teil siehe H.)
Statt "exportieren" kann man auch "umwandeln" sagen.
Das Exportieren ist eine der wichtigsten Kernfunktionen. Die eingegebenen Daten in der internen Form (.ALD-Dateien) sind immer die Grundlage, aus der alles andere gemacht werden muß. Also alles, was man wirklich zu sehen bekommt im Programm und im alcarta-OPAC, auch im Web-OPAC: Titelanzeige, Ergebnisübersicht, Register (Indexdatei), Listen und Tabellen aller Art - das sind alles exportierte Daten. Nichts davon ist fest eingebaut in die Programme.
Daraus folgt: für jede Art Export braucht man eine Vorschrift, die dem Programm sagt, wie es aus den internen Daten das machen soll, was gebraucht wird. Für alle diese Vorschriften gibt es eine einheitliche Sprache (also nicht etwa für den Index eine andere als für die Titelanzeige), und das ist die Exportsprache. Sie wurde schon sehr früh geschaffen, ab 1985, und zwar war die erste Aufgabe das Drucken von Katalogzetteln.
Ab 1999 entstand noch ein ganz anderes Konzept: die Skriptsprache FLEX. Mit ihr kann man Vorgänge programmieren, und sie kann heute in vielen (aber nicht allen) Fällen auch das Exportieren übernehmen und ist viel leichter zu lernen. Sie ist die Grundlage der Web-Kataloge. Was man da an der Oberfläche im Browser sieht, das wird alles mit FLEX gemacht, aber FLEX kann auch Parameterdateien zu Hilfe nehmen, um Daten in eine besondere Form zu bringen, d.h. FLEX kann nebenbei die Kernfunktion "Export" nutzen, wenn seine eigenen Fähigkeiten nicht reichen.
Aber FLEX kann noch etwas anderes, was mit der Exportsprache gar nicht geht: FLEX kann Daten aus dem Internet zu Hilfe holen. Das neue Konzept "Linked Open Data (LOD)" will darauf hinaus, daß z.B. Normdaten nicht mehr lokal vorgehalten werden müssen, sondern bei Bedarf über einen geeigneten (internen) Link aus einer Quelle im Internet herbeigeholt und dann in eine Datenanzeige einfach mit einbezogen werden können. Nicht allein Normdaten kommen dafür in Betracht, auch z.B. Wikipedia-Daten, aber im Prinzip alles, was eine Web-Adresse hat (einen sog. URI = Uniform Record Identifier).
Fazit: Export gehört zum Fundament und ist ein riesiges Thema, es war das größte von allen - bis FLEX kam. Eine FLEX-Datei (Typ .flx) ist so etwas wie ein externes Unterprogramm. Wenn es aktiviert wird, scheint es aber so zu sein, als sei es ein integraler Teil von a99. Beispiel: Die Kalenderfunktion. Sie steckt in der FLEX-Datei kalender.flx. Man kann sie direkt aufrufen mit  X kalender (großes X). Sie kann auch eingebaut sein in Hilfetexte: z.B.  h doku.

Materialien zum Thema Export:
  1. h ac10 : Das Handbuchkapitel 10, anders aufbereitet
    h exprt : Die Komfortfunktionen. Da stecken zwar viele Exportparameter drin, aber man sieht sie nicht, man braucht die Sprache nicht zu kennen. Vielleicht das Wichtigste: "Tabellen erstellen" (kurz:  h table) und "Zählungen" (kurz: h ct)
    h flex : Einführung in FLEX

  2. Kapitel 10 : Die Exportsprache; mit 60 Seiten das dickste von allen.
    Und in Kap. 6 wird beschrieben, wie man Exportparameter einsetzt, um z.B. Listen zu produzieren. Insgesamt aber ein Thema eher für Systemverwalter.
    Kap. 2.3 bietet einen Überblick zu FLEX - das Exportieren ist damit meistens leichter.

  3. Ganz einfache Einführung in die Exportsprache: www.allegro-c.de/expar.htm
    FLEX-Lehrbuch für a99: www.allegro-c.de/flex/handbuch.htm
    FLEX-Einstieg für das Programm aconwww.allegro-b.de/download/doku/aconflex.htm (engl.)

C. Datensicherung und Update-Verfahren
Zwei Konzepte sind wichtig:
  • Sicherungskopie : Regelmäßig die ganze Datenbank kopieren - dafür gibt es ein einfaches Verfahren.
    Im Prinzip bräuchte man nur die .ALD-Dateien zu sichern. Alle anderen kann man rekonstruieren lassen, wenn sie verlorengehen. Das geht über das Menü "Reorganisieren"

  • Änderungsprotokoll : Während der Arbeit werden alle Änderungen protokolliert - d.h. eine Art Logbuch wird geschrieben; das passiert automatisch.
    Wo ist dieses Protokoll? In der LOG-Datei. Sie heißt im Normalfall  cat.log
  1. h backp : Sicherungskopie - Was ist das, wie geht das? Mit 1 Klick zu starten.
    h org : Alle Funktionen für das Reorganisieren, wenn z.B. mal die Indexdatei (.ADX) nicht mehr funktioniert oder die Kurztiteldatei (.STL) verlorengegangen ist.
  2. Kap. 0.7
  3. Datensicherung: Handbuch, S. 35
Kann man sich die LOG-Datei denn auch anschauen? Ja, in a99 mit  Alt+4 : LOG-Datei besichtigen


D. Suchmöglichkeiten
Es gibt mit a99 vier verschiedene Methoden: (Für Web-Kataloge: siehe W.)
  • Suche über die Register: Alt+i : Blättern und auswählen; F1 für Hilfe
  • Fernglas-Expertensuche : Die früher mal übliche Methode; F1 für Hilfe
  • Schnelle Suche : Einfach irgendwelche passenden Wörter eingeben
  • Volltextsuche (im Menü "Finden"); Hilfe erscheint dann im Anzeigefeld
Für die "Schnelle Suche" braucht man ein ALL-Register (erweitertes Stichwortregister), dann einfach passende Suchwörter in das Feld "Schnelle Suche" am unteren Rand eingeben. Die werden dann im ALL-Register gesucht und mit UND kombiniert. Man kann aber auch im Indexfenster direkt in das ALL-Register reinschauen. Was aber da nicht drinsteht, z.B. Wörter aus Fußnoten oder Ausgabebezeichnungen, das kann man nur mit der Volltextsuche finden.
  1. h commd  : Ausführliche Hilfe zum Suchen mit "Schnelle Suche"
    h ftr : Ausführliche Hilfe zur Volltextsuche (s.a. 3.)
  2. Zur Volltextsuche: Kap. 4
  3. Volltextsuche mit "regulären Ausdrücken" : www.allegro-c.de/bluechyp/regex.htm


E. Katalogisierung
Ganz klar die wichtigste Tätigkeit. Exportieren und indexieren geht ja nur, wenn erst einmal Daten da sind, und die entstehen beim Katalogisieren: gespeichert werden sie in den .ALD-Dateien.
Heute wird fast überall das Windows-Programm  a99  benutzt. Wenige Anwender kennen und nutzen noch den Vorläufer PRESTO, der immer noch kompatibel ist. In Zukunft wird immer mehr mit  a35  gearbeitet werden, auch allegro-B genannt. Dafür braucht man am Arbeitsplatz nur einen Browser, kein eigenes Programm wie a99 oder PRESTO.
  • Direkte Eingabe und Bearbeitung - dabei muß man die Kategorienummern kennen.
    Vorgang: Links das Feld auswählen, Enter, im Schreibfeld bearbeiten, Enter
  • Formulare für unterschiedliche Datensatztypen:
    F9  zum Eingeben neuer Daten,
    Alt+#  zum Aufrufen der Formulare für den aktellen Satz, den man bearbeiten will. 
  • Fremddaten = Neue Daten von woanders "abzapfen". Siehe F.
Zum Thema Datenerfassung kann man einige Fortbildungslektionen empfehlen: Fortbildung2015

Sonderthema:
Wie baut man ein neues Datenfeld ein, welches das Programm noch nicht kennt? Geben Sie ein  
h neufeld, dann kommt eine Anleitung.


F. Fremddatenübernahme : Die einfachsten und schnellsten Verfahren
Gesamtübersicht:  h fremd
Ökonomisch ist heute fast nur noch die direkte Übernahme per Internet aus der DNB, aus dem GBV oder auch aus anderen Quellen. Das passiert ohne Umwege über Browser o.a. - nur für das Verfahren "Zack" braucht man den Browser.
Fremddaten liegen immer in einem anderen Format vor, heute meistens MARC. Jede Quelle hat aber ihre Besonderheiten - es gibt kein 100% einheitliches MARC. Die direkte Übernahme aus DNB und GBV arbeitet ebenfalls mit MARC - doch bekommt man es gar nicht zu sehen. Hier spielt FLEX seine Fähigkeiten aus, Daten sofort aus dem Netz herbeizuholen: Bei der direkten Übernahme erhält man die Fremddaten sofort im eigenen Format, als hätte man sie gerade selber eingegeben. Ganz perfekt allerdings nicht, oft muß man ein wenig nacharbeiten - das war aber auch sonst schon immer so.
Im Zuge der RDA-Umstellung hat es eine Anzahl kleinerer Änderungen gegeben. Es kann immer noch Nachwehen geben, die dann im dnb.flx nachzuvollziehen sind. Die aktuelle Fassung besorgt man sich, indem man eingibt:  
X getfile dnb.flx, und sofort ohne Neustart weiterarbeiten.
  1. F9 [Neusatz], dann sieht man u.a. diese Zeilen:
      Datensatz direkt aus DNB abrufen (per ISBN oder Wortsuche)
      Datensatz direkt aus GBV abrufen (per ISBN oder Wortsuche)
    ODER
    Alt+4, dann "fremd" eintippen und man sieht diese Zeilen:
    Fremddaten direkt aus der DNB beziehen   [ dnb.flx ]
    Fremddaten direkt aus dem GBV beziehen   [ srugbv.flx ]
    Fremddaten durch Abruf per ISBN aus Internet übernehmen [ zc.flx (mit Z39.50)]
  2. Im Handbuch steht dazu nichts - diese Verfahren sind noch zu neu.
  3. Allg. Beschreibung des Verfahrens, also wie es intern funktioniert:  www.allegro-c.de/bluechyp/import.htm
Nebenbei: Es gibt auch noch die Methode der Schnellkopplung, mit der man Daten aus einer allegro- Fremddatenbank schnell übernehmen kann. Diese Datenbank muß allerdings mit auf dem eigenen Server (als Kopie) installiert sein.


G. Import = Datenkonvertierung + Einspeisen der konvertierten Daten.
     Allgemeines zu diesem Thema

Es gibt ein Programm, das  import.exe  heißt. Das ist schon alt. Es tut nicht das, was der Name sagt: Es speist keine Daten direkt in die Datenbank ein,  es wandelt nur fremde Daten um in das eigene Format, dabei entsteht eine "Grunddatei", Typ .alg. Damit das klappen kann, braucht import.exe eine genaue Vorschrift, die zu den Daten paßt, um die es geht. Solche Vorschriften werden in einer eigenen Sprache verfaßt: die heißt Importsprache.
Das Einspeisen dieser Datei muß dann ein anderes Programm machen: upd.exe.
Früher war  import.exe  die Grundlage für jede Fremddatenübernahme, z.B. auch noch beim ZACK-Verfahren (Z39.50-Gateway).
Heute geht es immer öfter auch anders: Hinter den direkten Methoden steckt nicht mehr import.exe, sondern FLEX. Damit werden die unmittelbar über's Netz von DNB, GBV oder anderswo abgezapften Datensätze ohne Zwischenschritt umgewandelt und sofort in der eigenen Form in a99 präsentiert. Nur wenn man damit nicht zufrieden ist und Einzelheiten gerne anders hätte, dann müßte man sich das FLEX-Skript vornehmen: dnb.flx, srugbv.flx, oder zc.flx. Ganz leicht ist das auch nicht, aber es ist ein großer Vorteil, weil dadurch das Importieren keine Black Box ist, sondern ein offenes Verfahren.
  1. h fremd: Übersicht der verfügbaren Methoden
    h ac5  : Beschreibung der Arbeitsweise des Programms  import.exe
    h ac11Dokumentation der "Importsprache" zur  Erstellung von Importparameterdateien, Typ .aim
  2. Kap. 5 und Kap. 11 im Handbuch: dasselbe, nur gedruckt. 
  3. www.allegro-c.de/bluechyp/import.htm : Anleitung zum Thema "Import mit FLEX", ohne Importsprache


H. Export, Zweiter Teil : "Wie kann ich meine Datenbank in den Verbund einspielen?"
Ein Kinderspiel ist das in keinem Fall, aber das gilt für jedes System. Denn Verbünde und überhaupt andere Systeme jeder Art haben ihre Eigenheiten, die mit Sicherheit irgendwo abweichen von dem, was man in einem eigenen System gemacht hat. Man muß also schauen, ob man die wirklich wichtigen Besonderheiten, auf die man Wert legt, gut in den Verbund rüberbringt, und der Verbund muß schauen, ob aus den Lokaldaten alles das zu machen ist, was dem Verbund wichtig ist. Ohne eine genaue Voruntersuchung kann das nicht abgehen.
allegro stellt aber ein paar Exportfunktionen bereit, mit denen man sofort aus dem Stand die Daten in bestimmten Standardformen ausgeben kann, und zwar die gesamte Datenbank auf einmal. Damit könnte man beginnen und dem Fremdsystem diese Daten vorlegen, dann über Verfeinerungen reden.
Geben Sie ein:  h exprt  und dann wählen:  "Ganze Datenbank exportieren / ... mehrere Möglichkeiten"
Es erscheint eine Auswahlliste mitfertig vorbereiteten Exportformen:

Externes Format (DOS-Codes)
Externes Format (Windows-Codes)
Internes Format
MAB2 : Format Der DB (DOS)
MAB2                 (Windows)
MARC : Format der LC und OCLC
MARC                 (Windows)
MARC mit Untersaetzen (Textformat)
MARC                  (XML / UTF-8)
Mehr über MARC-Export
Pica3 : Format des GBV
Export als XML-Datei


I. Ausleihe, Erwerbung, Zeitschriftenverwaltung
In a99 sind keine Prozeduren für Geschäftsgänge direkt eingebaut. Die werden vielmehr alle mit FLEX-Skripten realisiert. Der Vorteil ist, daß man im Prinzip nichts einfach hinnehmen muß, sondern alle Einzelheiten modifizieren und erweitern kann - wenn man sich mit FLEX auskennt. Im Standardpaket sind alle Skripte enthalten, man braucht nichts zusätzlich anzuschaffen oder zu installieren.
Starten kann man so: (und nach dem Start jeweils  Initialisierung  klicken, wenn man damit arbeiten will.)

Ausleihe mit aLF:  h alf.
   Hinweise für den Anfang, Konzept und Datenstruktur:  h alf-e 
   Die zugehörigen FLEXe haben Namen der Form  a-*.flx, z.B. a-chkout.flx  für den Ausleihvorgang
   Vorbereitungen: Barcodes für Nutzerausweise und Medieneinheiten, Nutzerdatensätze, Exemplarsätze, Kalenderdaten,
   Medientyp-Stammsätze, Medientypsätze, Leserklassensätze

Erwerbung mit ORDER:  h order.
   Erklärungen zum Funktionsmenü:  h orderh
   Die zugehörigen FLEXe haben Namen der Form  o-*.flx, z.B. o-bestel.flx  für den Bestellvorgang
   Vorbereitungen: Systemsätze für Lieferanten, Auftraggeber, Kontingente, Währungskurse

Zeitschriftenverwaltung mit ZAboM:  h zabom.
   Einführung und Fortbildung:  www.allegro-c.de/doku/order/zabfo.htm
   Die zugehörigen FLEXe haben Namen der Form  z-*.flx, z.B. z-heft.flx  für den Heftzugang

Für die Ausleihe gibt es ferner eine ganz einfache Variante mit Namen ALFA, die ohne Exemplarsätze auskommt und ohne Stammdatenfür die Nutzer, auch ohne Barcodes:
Start mit  h alfa  und dann auf  Ausleihfunktion aktivieren  klicken. Damit ein Buch ausleihbar ist, muß der Datensatz ein Feld #90 haben (Signatur) oder #91 (Zugangsnummer). An dieses Feld werden angehängt: ▼uNutzername▼DAusleihdatum.
Es ist auch möglich, mit ALFA zu beginnen und später auf aLF umzusteigen. Wenn man weder #90 noch #91 hat, muß die Datei  d-wrtf.apr  geändert werden. Darin sind für diesen Zweck Kommentare mit dem Wort ALFA.

Tip: In der Demo-Datenbank sind Beispiele für alle Satztypen enthalten: im Reg. 1 unter zz zu finden.


U. Zum Thema Unicode
Traditionell gab es die Gleichung  1 Zeichen = 1 Byte. Und ein Byte hat 8 Bit, damit kann man 256 Werte codieren - die Zahlen 0 bis 255.
Welche Zeichen man diesen Zahlen zuordnet, wäre theoretisch egal, aber es gibt die Norm ASCII, dabei ist  48 der Bytewert für das Zeichen 0, 49 für die 1, usw., 65 für das A, 97 für das a, usw.
Weil das viel zu wenig ist für die in der Welt vorkommenden Zeichen, wurde Unicode geschaffen. Damit kann man zigtausende Zeichen codieren, wobei aber die ersten 127 dieselben sind wie in ASCII. Die anderen werden mit 2, 3 oder 4 Byte codiert.
Mehr dazu, und auch, wie man auf Unicode umstellt:
  1. h unicode : Wie kann man in allegro mit Unicode umgehen?
  2. Im Handbuch steht dazu nichts
  1. Einführung in das Thema und Hinweise für den Einsatz mit allegrowww.allegro-c.de/unicode

Muß man umstellen? Es empfiehlt sich nur dann, wenn man viele Sonderzeichen hat, auf die man bisher verzichten mußte. Der empfindlichste Nachteil wird sein, daß man nicht mehr so gut mit a99 arbeiten kann. Genau gesagt: Man kann weiterhin mit a99 fast alles machen, nur werden viele Sonderzeichen nicht korrekt angezeigt und sind deshalb nur umständlich einzugeben und zu bearbeiten. Zwar geht es nicht ganz direkt, einen Datensatz mit Unicode zu bearbeiten oder einzugeben, aber zwei indirekte Methoden existieren:  
X utf8edit
 und  X htmform.
Mit a35 geht es dann besser, nur hat a35 (noch) nicht ganz so viele Komfort-Funktionen wie a99. Aber nichtlateinische Schriften wie z.B. Kyrillisch, Chinesisch oder Arabisch, die gehen wirklich am besten mit Unicode, mit a35 im Browser.
Zur Beruhigung: Wenn es irgendwann nötig oder sinnvoll werden sollte, auf Unicode umzustellen, kann man das jederzeit tun.
Wenn's nur darum geht, einen Webkatalog einzuführen (z.B. a35), dann braucht man's nicht zu tun, das klappt auch so.
Fremddaten von DNB und GBV u.a. kommen heute schon in Unicode daher. Die werden dann automatisch umgewandelt, das ist in die Importskripte schon eingebaut, d.h. die Fremddaten sind kein zwingender Grund, umzustellen. PHPAC und a35 zeigen im Browser die eigenen Zeichen mit Unicode an, auch wenn man selber in der Datenbank nicht umgestellt hat. Nach außen sieht man also mit seinem Webkatalog nicht alt aus - er hat Unicode, wie heute fast alles im Web.
Welchen Zeichensatz hat man in der eigenen Datenbank? Beim Standardsystem ist es immer noch DOS-ASCII, aber eine Tabelle (Datei o.apt) wandelt zwischen diesem und dem Windows-Zeichensatz hin und zurück, ohne daß man es merkt. Wichtig ist dabei, daß man die allegro-Schriften installiert hat (mitgelieferte TTF-Dateien), und das muß auf jedem PC gemacht werden, der die allegro-Datenbank benutzen soll. Dies entfällt, wenn man auf Unicode umstellt.


W. Zum Thema Web-Kataloge
Die heute meistgebräuchlichen beruhen auf PHP als Skriptsprache im Webserver. Die sichtbaren Oberflächen im Browser sind aber sehr verschieden und teilweise auf anderen Grundlagen realisiert, z.B. mit Perl statt PHP: Die Referenzliste führt zu vielen Beispielen.
Hier sind die zwei meistverbreiteten Oberflächen, darunter steckt jeweils die Demo-Datenbank:

PHPAC : Recht konventionelles Design. Große Zahl von Installationen
Anleitung zur Installation:  h phpac

a35 : Neues Design in drei Varianten: PC, Tablet, Smartphone. Noch wenige Installationen
Anleitung dazu:  a35 Doku und Inatallation

Dazu werden neben den PHP-, FLEX- und anderen Skripten nur zwei Programme gebraucht, die es auch für Linux gibt:
avanti : Ein Serverprogramm, das ständig im Hintergrund läuft und mit dem Webserver zusammenarbeitet,
acon : Ein Konsolprogramm; es erhält FLEX-Jobs von avanti, führt sie aus und liefert die Ergebnisse an avanti.

Möglich ist aber auch, aus den eigenen allegro-Daten einen VuFind-Katalog zu machen. Oder, wie man heute sagt, ein "Discovery System".
Was dafür zu tun ist, auf der Basis der aktuellen VuFind-Version 2.3, ist dokumentiert und ein Beispielkatalog kann ausprobiert werden: vufind.allegro-c.de:81/vufind/.
Auf der Seite von allegro ist nicht viel zu tun, eigentlich nur das Exportieren der Daten im MARC-Format. Die Parameter dafür gehören schon zum Standardpaket (siehe H.).


X. Zum Thema RDA
Mit der Einführung von RDA verändert sich in allegro erst einmal gar nichts. Denn allegro ist ein Datenbanksystem, es ist kein Spezialprogramm mit fest eingebauten Katalogregeln.
Auch die RAK waren nie fest eingebaut.
Man muß für eine konkrete allegro-Anwendung vier Bereiche unterscheiden, und nur die ersten zwei haben viel mit den Regeln zu tun:
  1. Die Datenstruktur : Welche Typen von Datensätzen braucht man, was für Elemente umfassen diese?
    Das ist Sache der "Konfiguration" und die Angaben dazu stehen in der CFG-Datei (Normalfall:  Datei $a.cfg)
    Wenn die Regeln ein bestimmtes Element vorschreiben und man will dieses anwenden, muß es dafür ein Datenfeld oder Unterfeld geben
  2. Die Erfassungsregeln : Was gibt man ein in die Datenfelder, und in genau welcher Form (Ansetzung)?
    Dafür bietet a99 Formulare an, die man modifizieren kann. Die Standard-Formulardatei heißt  cat.frm.
  3. Die Indexierung : Wie soll gesucht werden können? Praktisch bedeutet das: Welche Felder soll das System indexieren und in welcher Weise? Die Vorschrift dafür steht in der Index-Parameterdatei, im Normalfall  cat.api. (Zwar sagen die Regeln, was für Fragen der Katalog beantworten können soll, doch auch bisher schon gingen die Möglichkeiten der Systeme, d.h. deren Indexierung, darüber weit hinaus. Speziell RDA enthält gar keine Regeln für die Indexierung...)
  4. Die Datenanzeige :  Wie sollen die Datensätze und ihre Felder angezeigt werden? Nicht mit den Kategorienummern, also in der internen Form, das ist klar. Das Programm soll die Daten klar und übersichtlich zeigen, und zwar in Form von Ergebnislisten (Kurztitel) und als Datensatz in ausführlicher Darstellung. Anm.: RAK hatten dafür die ISBD-Struktur vorgeschrieben, das tut RDA nicht mehr, d.h. man ist frei in der Gestaltung der eigenen Oberfläche. Aber auch bisher schon hat man das nicht so eng gesehen, es gibt viele OPACs, die ISBD gar nicht kennen. Für a99 stehen die Vorschriften für die Titelanzeige in einer Export-Parameterdatei namens   d-wrtf.apr, wahlweise auch  d-krtf.apr.
Das Importieren von RDA-Daten ist auch mit der gegenwärtigen allegro-Version möglich. Die Daten werden auf absehbare Zeit in MARC21 geliefert werden, auch von DNB und GBV, und es sind dann höchstens Modifikationen in den Importparametern nötig, nicht in der Software und nicht in den eigenen Daten. Obwohl gegenwärtig noch nicht alle Einzelheiten in den Daten der Verbünde feststehen und obwohl die Altdaten weder in DNB noch Verbünden auf RDA umgestellt werden - d.h. man muß auf Dauer mit zwei Arten von Daten arbeiten.

Um's nochmal ganz klar zu sagen: Das allegro-Konzept mit den Konfigurations- und Parameterdateien stellt sicher, daß das System auch vor Ort individuell modifiziert werden kann. Denn die Programme selbst müssen nicht verändert werden, nur die Dateien mit den "Vorschriften". Und wie kommt man heran an diese Dateien:

h adm eingeben. Es kommt ein Menü, auf dem man z.B. "Konfiguration" anklickt, um die Konfigurationsdatei zu sehen und zu bearbeiten. Hier findet man alle wichtigen, änderbaren Hilfsdateien, darunter auch die Indexparameter und die Formulardatei.

RDA ist ein Regelwerk mit vielen Optionen und Alternativen, so wie es mal Voll-RAK gewesen ist. Man muß daher für die Anwendung konkrete Richtlinien zusätzlich erarbeiten. Die liegen inzwischen vor: www.dnb.de/DE/Standardisierung/International/rda.html, aber verständlich und nutzbar sind sie nur mit dem Regelwerk selbst, und das ist nur in der kostenpflichtigen Datenbank  RDAtoolkit  einsehbar, eine gedruckte Ausgabe ist im Moment (Mai 2016) nicht lieferbar, nachzufragen wäre bei Facet Publishing, bei DNB sucht man vergebens danach. Ein deutsches Vorwort und eine Übersetzung der Einleitung entstand in Eigeninitiative außerhalb der offiziellen Gremien:  www.allegro-c.de/regeln/rda/Vorwort_und_Einleitung.pdf


Y. Für Fortgeschrittene

Fortbildungstexte - 10 Minuten, die sich lohnenFortbildung2015
      Mehr als 50 Themen. Mit jedem kann man beginnen, alles sofort ausprobieren.

"Schnell mal eben ..." - Trick 17 - 75 :  x janas tricks.htm  oder  www.allegro-c.de/flex/tricks
      Für angehende FLEXperten. Beispiele für nützliche FLEX-Lösungen, auch gut zum Lernen geeignet.


Z. Zukunftssicherheit

Wird allegro weiterentwickelt? Mindestens bis Ende 2015 wird noch weiter daran gearbeitet. Schon jetzt und danach liegen alle Quellprogramme veröffentlicht vor (OpenSourcewww.allegro-c.de/os/index). Das bedeutet, daß nicht mehr nur die UB  Braunschweig die Kompetenz und das Recht besitzt, die Programme zu ändern und weiterzuentwickeln.
Wichtig: Die Quellprogramme in C und C++ sind die schwierigsten Komponenten, aber auch die am längsten und gründlichsten erprobten und bewährten. Diese Komponenten wird man 2015 festschreiben können. Veränderungen und Weiterentwicklungen können sich dann auf Parameterdateien und vor allem auf FLEXe beschränken, auf Ebenen also, mit denen sich viele allegro-Anwender und -Betreuer auskennen. Ferner kann die OPAC-Funktion wahlweise an VuFind delegiert werden, so daß man speziell dafür die Quellprogramme in C und C++ definitiv nicht mehr zu verändern braucht.

Wie lange wird es noch laufen können? Zumindest so lange, wie Programme für Windows 7 lauffähig bleiben; nach Aussagen von Microsoft unter Windows'10 mindestens bis 2022. [XP und '7 werden nicht mehr empfohlen, technisch geht es aber damit immer noch, und auch Sicherheitsupdates kann man noch beziehen.]
Unter Linux bleibt es so lange brauchbar, wie es Compiler für C++ gibt - da ist kein Ende abzusehen, denn Linux selbst ist in C geschrieben.
Daher wäre es nicht übertrieben, zu sagen, daß man mit allegro so lange wird arbeiten können, wie es Linux gibt.
Die neue Browser-Oberfläche a35 beruht auf HTML5, PHP, CSS3 und JavaScript, d.h. ausschließlich auf den gängigen, jedem Web-Programmierer vertrauten Standards, und a35 kann in allen wichtigen Belangen die Windows-Oberfläche a99 ablösen. Dann spielt für die Oberfläche das Betriebssystem keine Rolle mehr.
Eine Umstellung intern auf Unicode ist (siehe U.) zwar möglich, aber nicht zwingend, um arbeitsfähig zu bleiben - selbst in Umfeldern, die sich ansonsten komplett auf Unicode gründen.

Wie lange wird es aber noch brauchbar bleiben? Ein Eckpfeiler der bibliothekarischen Datenverarbeitung wird noch für längere Zeit das MARC-Format bleiben. Die Neuentwicklung BIBFRAME, angestoßen von der Library of Congress, ist von der Einsatzreife noch weit entfernt und niemand wagt derzeit eine Prognose, wann es tatsächlich MARC ablösen könnte. Selbst wenn es in einigen Jahren dazu kommt, muß das noch nicht bedeuten, daß Lokalsysteme auch intern mit grundsätzlich anderen, heute noch nicht vorhandenen Strukturen arbeiten müßten, die man mit Systemen wie allegro nicht mehr handhaben könnte. Auf jeden Fall wäre allegro dann nicht das einzige System, das obsolet würde, sondern es befände sich in zahlreicher Gesellschaft. Neue Systeme auf der neuen Basis werden natürlich kommen, aber erst nachdem sich die neuen Normen, Dienste und Praktiken hinreichend stabilisiert haben, also in etwa 5 - 10 Jahren. Vorher auf etwas anderes umzusteigen macht daher wenig Sinn: Man bekäme nur eine weitere Zwischenlösung vor einem später unvermeidlichen Umstieg.

Gibt es kostengünstige Alternativen, auf die man umsteigen könnte? In dieser Frage sind die allegro-Entwickler befangen und außerdem wenig kompetent, weil sie die Zeit nicht haben, andere Systeme zu begutachten. Leider gibt es keine Marktübersicht oder wenigstens verläßliche Erfahrungsberichte über andere Systeme aus dem OpenSource-Bereich, auch nicht über kommerzielle Systeme. "OpenSource", so muß gesagt werden, ist nicht gleichbedeutend mit kostenlos, sondern i.d.R. hat man damit höheren Personalaufwand im Vergleich zu kommerzieller Software. Dies müßte man in einen Vergleich einbeziehen. Aktuelle vergleichende Untersuchungen liegen nicht vor.

Wo findet man schnell und günstig Hilfe? Im Mailforum. Wer noch nicht Mitglied ist, kann sich sofort anmelden: sunny5.biblio.etc.tu-bs.de/mailman/listinfo/allegro.  Jederzeit kann man dort Fragen aller Art loswerden, und seit vielen Jahren sind die Mitglieder hochzufrieden mit der schnellen Hilfe, auf die man für so gut wie jedes Problem zählen kann. Dieses Forum wird auch nach 2015 von der UB Braunschweig weiter betrieben.

Gibt es unabhängigen Support für größere Vorhaben? Ja, zur Zeit sind vier freiberufliche EDV-Berater darauf spezialisiert und leisten Installationen, Anpassungen, Problemlösung, Beratung, Schulung, Web-Hosting etc.
Hinweis: Speziell für Öffentliche Bibliotheken gibt es seit langem eine von Braunschweig unabhängige, aber kompatible Version allegro-ÖB, weiterentwickelt und betreut von der Büchereizentrale Niedersachsen in Lüneburg.



B. Eversberg, 2014-09-09 / 2016-05-10